Von wegen, Chemtrails verursachen Waldbrände!

Dass die Redaktion des Postillon den einen oder anderen Hinterwäldler beschäftigt, war bekannt. Doch dass man in der seit 1845 erscheinenden Zeitung mittlerweile derart (hirn)verbrannte Texte veröffentlicht, zeigt nur wie tief der "Satire"-Journalismus in der Krise steckt. 

 

Wie sonst ist folgender Artikel zu erklären:

Da behauptet der Postillon ernsthaft, dass Fotos vorlägen, die beweisen, dass Flugzeuge mit Chemtrails Waldbrände (!) entfachen. Das ist auf so vielen Ebenen derart bescheuert, dass wir in unserer Redaktionskonferenz erst mal darüber abstimmen mussten, wie wir uns diesem "Artikel" nähern...

 

Zunächst präsentieren uns die ehrenamtlichen Aluhutträger aus Fürth Bildmaterial, auf dem ersichtlich sei, dass ein Flugzeug eine "klar erkenntliche Chemikalienspur hinter sich herzieht." Immerhin ist der Satz nicht komplett falsch, die Chemikalie trägt den brandgefährlichen Namen H2O und ist nicht für das Auslösen von Waldbränden geeignet, sondern *TrommelwirbelTusch* zum LÖSCHEN von Feuer. Wenn also jemand seine komplette Sammlung PAMS-Zeitschriften im Wald anzündet - was aufgrund des Inhalts nur allzu verständlich wäre - kommt ein LÖSCHflugzeug voller H2O, macht den verkohlten Haufen klatschnass und dann hat es sich mit dem Feuerchen. 

 

Überhaupt eignen sich Standbilder für die Beurteilung gewisser Sachverhalte nur bedingt. Aber wozu gibt es bewegliche Bilder der Löschflugzeuge...

Wer nach Sichtung dieses Videos immer noch glaubt, dass Löschflugzeuge Wälder anzünden, der kauft der Lügenpresse aus Fürth auch sonst alles ab. Man muss sich dann aber nicht wundern, dass man im Gesellschaftsgefüge noch hinter den Dorfsäufer zurückfällt, wenn man diesen Unfug auch noch weiterverbreitet, liket oder kommentiert. 

 

Auch die Behauptung, man habe diese Flugzeuge eingeführt, um letztlich Menschen zu verbrennen, entbehrt jeglicher Logik. Warum sollte man eine erfundene Kopie benutzen, wenn jeder halbwegs bekloppte Diktator auf das Original namens Napalm zurückgreifen kann? 

 

Letztlich müssen wir konstatieren, dass der Postillon sich auch in Sachen Chemtrails wirklich nullkommanull auskennt. Dass diese völlig ungefährlich sind, sollte sich eigentlich selbst im satirischen Süden der Republik herumgesprochen haben. Die Streifen - und das ist wissenschaftlich erwiesen (Quelle suchen wir noch raus) - die die Flugzeuge hinter sich herziehen, dienen einzig und alleine der Himmelsgestaltung eines Tic Tac Toe-Feldes, in dem zwei kleinmotorige Propellermaschinen nachfolgend mit Kreis- bzw. Kreuz-Chemtrails eine Partie gegeneinander spielen. 

Hier hat das Erstellen eines Tic-Tac-Toe-Feldes nicht geklappt, Vier gewinnt wäre aber noch möglich...
Hier hat das Erstellen eines Tic-Tac-Toe-Feldes nicht geklappt, Vier gewinnt wäre aber noch möglich...

Man kann nur mutmaßen, warum der Postillon derart viel Wasser auf die Mühlen durchgeknallter Verschwörungstheoretiker kippt. 

 

Was wird man dort als nächstes behaupten? Dass der 11. September 2001 eigentlich am

18. Juli 1997 stattgefunden hat? 

 

Eine Beschwerde beim Presserat, beim @GoldenerAluhut und beim FVFWAV (Fachverband für weltweit anerkannte Verschwörungstheorien) wurde eingereicht. Dank geht raus an den Twitter-User @AndreasZymny, der uns auf den Artikel aufmerksam gemacht hat. 

SG

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Kommentare: 1
  • #1

    Mathilde von Zahnd (Montag, 05 Dezember 2016 17:48)

    Lieber Postillon, liebe Postilleaks,
    vielen herzlichen Dank, dass ihr euch so rührend um die Vertuschung meiner geheimen Geschäfte kümmert. So wird niemand jemals herausbekommen, dass die angeblichen Löschflugzeuge in Wirklichkeit weder Brände verursachen noch welche löschen, sondern unermüdlich am Aufbau meiner Weltherrschaft beteiligt sind, MUHAHAHAAAA! (Fragen Sie einen Verschwörungstheoretiker, wie genau.)