Von wegen, Friseurin kann keinen eigenen Salon eröffnen!

Dass man beim Postillon öfter mal was an den Haaren herbeizieht, war bekannt. Doch scheinbar hat man in der seit 1845 erscheinenden Zeitung zu lange unter dem Haartrockner gesessen.

 

Wie sonst ist folgender Artikel zu erklären?

Da behauptet der Postillon ernsthaft, dass die Friseurin Karin Jentzsch keinen eigenen Salon eröffnen kann, weil alle originellen Namen schon vergeben seien. 

 

Alles Quatsch, erzählt sie uns, als wir sie in ihrem Salon "Richtig-Hair-Room" zum Interview treffen. 

 

Postillleaks: Frau Jentzsch, stören Sie mittlerweile all die haarsträubenden Wortwitze, die Ihr Berufsbild so einschneidend geprägt haben? 

 

Jentzsch: Kamm man wohl sagen. Vieles von dem, was der Postillon geschrieben hat, war haart an der Grenze. 

 

Postillleaks: Haarben Sie ein Beispiel? 

 

Jentzsch: Zunächst war es ja nicht mal im Ansatz richtig, dass ich keinen Salonnamen gefunden habe. Das ist eine Hairfindung vom Postillon, damit die ihren Haartikel veröffentlichen konnten. 

 

Postillleaks: Eigentlich unverzeihbhaar...

 

Jentzsch: Und das, wo ich so tollerant bin. Die haben gesagt, wenn ich nicht mitmache, schreiben sie, dass ich von Haartz 4 lebe und monatelang nach einer neuen Schnittstelle suchen muss. Unfasshaar. Die waren richtig schnippisch. Aber das Angebot vom Postillon war einfach zu verlockend. Als ich hinterher die ganzen Kommenthaare gelesen habe, fragte ich mich schon: Haar es das wert? Gel ist doch nicht alles! 

 

Postillleaks: Was für Haarlunken...

 

Jentzsch: Zumal mein Salon nun zum Scheiteln verurteilt ist. Der Laden ist ganz oft wie leergefegt, weil viele Kunden diesen Quatsch geglaubt haben. Die sollen sich zum Teufel scheren. 

Seltener Glücksmoment für Karin Jentzsch, die mal wieder eine Kundin bedienen darf

(hier: Postillleaks-Praktikantin Anja Timbowski)

Postillleaks: Sie würden also schon sagen, dass der Postillon mit seinem Artikel nicht gerade Schönfärberei betrieben hat? 

 

Jentzsch: Haargenau. Ein paar Monate kann ich ohne Stammkunden aushaaren. Aber was dann? Soll ich etwa Koteletten beim Metzger verkaufen? Oder Coiffeur einchecken am Flughafen? In der Theaterfassung von "Hair der Klinge" mitspielen? Haarsträubender Gedanke. Dem Postillon müsste mal ordentlich der Kopf gewaschen werden. Wollen Sie das nicht machen? Wir suchen noch Praktikanten, denen wir den Mindestlohn wegrasieren können...

 

Postillleaks: Frau Jentzsch, wir danken Ihnen für das Interview und hoffen auf ein baldiges Ende Ihrer Pechsträhne. 

 

Jentzsch: Dankeföhn.  

 

Man kann nur mutmaßen, warum der Postillon einen derart haarigen Artikel veröffentlicht, der ganze Existenzen vernichten kann. Immerhin scheint mittlerweile in Deutschlands größter Satirezeitung ein Prozess der Selbstreflexion einzusetzen, denn kurz nach Veröffentlichung postete der Postillon bei Facebook: 

Trotzdem: Der Presserat und der Zentralverband des Friseurverbandes wurde informiert. 

SG, Bild Friseurin unten: Tyler Olson Shutterstock

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Kommentare: 4
  • #1

    Ralle (Sonntag, 26 August 2018 10:01)

    Rechtschreibkorrektur, es heisst ja wohl 'einchecken am Flughaarfen...' :-)

  • #2

    Haarald (Sonntag, 26 August 2018 17:55)

    Da kann ich nur härlich lachen: haar, haar, haar...

  • #3

    Rechtschreibkorrekthure (Montag, 27 August 2018 22:25)

    tollerant mit zwei L schreiben - schmerzt richtig in den Augen.

  • #4

    Postillleaks Redaktion (Montag, 27 August 2018 22:33)

    Liebe Rechtschreibkorrekthure,

    was meinen Sie, wie unsere Augen geschmerzt haben, als wir sahen, dass Sie den Wortwitz "Tolle" als Synonym für "Haare" nicht bemerkten und Sie darauf hin Ihren Kommentar verfasst haben...