Von wegen, Mann findet seltenes W in M&M Packung

Dass viele Leser des Postillon verfetten, weil sie seine Artikel lesen, statt sich sportlich zu betätigen, war bekannt. Doch dass die Fürther in der seit 1845 erscheinenden Zeitung 

mittlerweile mit der Süßwarenlobby zusammenarbeiten, um diesen Prozess noch zu beschleunigen, ist alarmierend. 

 

Wie sonst ist folgender Artikel erklärbar?  

Da behauptet der Diabetillon ernsthaft, dass der BWL-Student Marcel Klettmanig in einer Packung M&Ms eine "seltene Fehlprägung" in Form eines W gefunden haben will. Und als wenn das nicht schon albern genug wäre, wird weiter behauptet, dass rote M&Ms mit einem W-Fehldruck in Sammlerkreisen bis zu 4.000 Euro wert seien. 

 

Mit Verlaub: Das ist völlig absurd. Es fängt schon da an, dass der postillonsche Photoshop-Philipp gepatzt hat. Während der angebliche BWL-Student eine GELBE M&M-Packung in der linken Hand hält, fixiert er mit der rechten Hand eine flache Schokolinse. Die sind aber ausschließlich in den braunen M&M-Tüten zu finden. 

 

Der zufällige Kauf einer solchen handelsüblichen 330 Gramm Tüte M&Ms (+10 % mehr Inhalt) führte bei uns zu folgendem Ergebnis: 

Insgesamt befanden sich 53 rote Schokolinsen in der Packung. Davon 8 rote Ms und - welch Überraschung - ebenfalls 8 rote Ws. Hätte der Postillon die Muße, uns die Kontaktdaten eines Sammlers mitzuteilen, der uns dafür 32.000 Euro überweist? 

 

Aber da wird man lange drauf warten können, weil dieser ganze Artikel offenbar nur dazu dient, dass die Leser sich vermehrt Tüten voller M&Ws kaufen. Was da an Geldern von der Firma Mars Richtung Fürth geflossen sind: Man will es sich nicht ausmalen.  

 

Die wirklich wertvolle Fehlprägung war dem Postillon hingegen keine einzige Zeile wert, vermutlich, weil man sie schlicht nicht kennt: So gibt es von der legendären "Blauen 3" weltweit lediglich drei Exemplare. 

 

Auch in unserer Packung waren überhaupt nur 4 blaue Schokolinsen enthalten, davon zwei ordinäre Ms, ein W und ein E.

Hinzu kommt: Der "legendäre rote E-Fehldruck", von dem es laut Artikel nur ZWEI Exemplare gibt (wir haben 37 in unserer Packung gefunden) und von dem eines in Washington ausgestellt sein soll, ist offensichtlich der unterzuckerten Fantasie des Postillon-Redakteurs entsprungen. Denn das eine in Adipömerika präsentierte Süßigkeit länger als 13 Minuten ausgestellt bleibt, ohne dass ein beleibter Amerikaner sie sich im Vorbeigehen in die Backentaschen stopft - das scheint man wirklich nur in Fürth zu glauben. 

 

Übrigens: Wir fanden dann letztlich in unserer Tüte doch noch eine echte Rarität, ein buntes MEME, was es sonst nur im Internet gibt. 

Man kann nur mutmaßen, was den Glucosillon dazu treibt, seinen Lesern Hoffnung auf hohe Geldbeträge für vermeintliche M-Fehldrucke zu machen. 

 

Was wird man dort als nächstes behaupten? Dass die Summe aller Winkel in einem Toblerone-Stück 180 Grad beträgt? 

 

Eine Beschwerde beim Presserat und dem Unternehmen Südzucker wurde eingereicht. 

SG, unter freundlicher Mitwirkung von muuh_abick, elZator, dot_dee, Kas, Paul und Strohgeländer, Mitglieder der Timmy(9)-Befreiungsarmee, der Ihr jederzeit beitreten könnt. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Hater (Samstag, 19 Mai 2018 17:52)

    Ihr könnt doch nicht ernsthaft eine Artikel so runtermachen nur weil etwas schlecht recherchiert wurde. Ihr habt in eurem Artikel selbst einen Fehler... von den blauen 3ern gibt es 4, wie jeder M&M Fan weiß...

  • #2

    Postillleaks_Redaktion (Samstag, 19 Mai 2018 18:08)

    Hallo Hater,

    können Sie auch eine Quelle benennen?

    Beste Grüße
    Dein Team von Postillleaks