Axel Voss im Interview: "Hätte ich gewusst, wer dieser Postillion ist, hätte ich niemals mit ihm gesprochen"

Dass der Postillon internettechnisch besser mal im Jahr 1845 geblieben wäre, ist bekannt. Doch dass die Flunkel-Franken in ihrer seither erscheinenden Zeitung den Mann bloßstellen, der sich so sehr für die Kulturschaffenden Europas einsetzt: Ein Unding. 

 

Wie sonst ist folgendes Interview erklärbar?  

 

Da interviewt der Postillon ausgerechnet den Mann, der für so vieles Verantwortung übernommen hat (z.B. dafür, dass tausende junger Internetjunkies am Wochenende mal wieder an die frische Luft kamen) und stellt ihn in einem völlig falschen Licht dar. Gut, dass Axel Voss von der CDU nur einen Tag später in einem Interview mit Postillleaks einiges wieder geraderücken kann.

 

Postillleaks: Herr Voss, schön, dass wir das Interview von Angesicht zu Angesicht führen können.  

 

Axel Voss: Ist mir auch lieber, telefonische Interviews mag ich gar nicht, da muss ich immer aus dem Internet raus. 

 

Postillleaks: Verständlich. Herr Voss, wie wir hören, bereuen Sie das Gespräch beim Postillon bereits. Haben Sie nicht gewusst, worauf Sie sich da einlassen? 

 

Voss: Na, eigentlich schon. Ich kenn mich ja aus im Internet und war als erstes auf deren Homepage. 'Ehrliche Nachrichten - unabhängig, schnell, seit 1845' stand da ja und bei so einer renommierten Zeitung hab ich gedacht, was soll schon schiefgehen?

 

Postillleaks: Ist Ihnen vor Ort irgendwas Seltsames aufgefallen?

 

Voss: Eigentlich nicht...doch Moment. Da war ein kleiner Junge, ca. neun Jahre alt, der hat mir so Gebäck gebracht, wie heißt das gleich noch...?

 

Postillleaks: Cookies?

 

Voss: JA, genau! Die man immer auf jeder Internetseite angeboten, aber nie geliefert bekommt. Richtig nett und gemütlich war es da. Und dann so was unredliches. Wenn wir die Uploadfilter schon gehabt hätten, hätte ich die Veröffentlichung des Interviews auf jeden Fall verhindert.

 

Postillleaks: Was hat Sie denn am meisten gestört? 

 

Voss: Dass die mich als jemanden darstellen, der von digitalen Dingen gar keine Ahnung hat. Ein Unding. Während viele meiner Parlamentskollegen noch mit Windows 10 rumhampeln, arbeite ich bereits mit Windows 95. 

 

Postillleaks: Nicht schlecht...

 

Voss: Und sicherer als alle anderen surfe ich auch. Ich bin ja nur tagsüber im Internet unterwegs. Nachts lasse ich den Rechner generell aus, im Darknet soll es sehr gefährlich sein.

 

Postillleaks: Darum könnten Sie sich dann ja als nächstes kümmern. 

 

Voss: Gemach, gemach. Erstmal werden wir uns die Erotikportale vorknöpfen, die Hausfrauen in unmittelbarer Nähe ihrer Nutzer als Sexobjekte anbieten. Ich weiß wirklich nicht, wie z.B. die Frau Sauerbach aus meiner Nachbarschaft da reingeraten ist, aber dieser Perversion müssen wir einen Riegel vorschieben. Das geht mir ja auch persönlich nah.

 

Postillleaks: Wie gehen Sie eigentlich mit der Kritik um, eine ganze junge Wählergeneration vergrault zu haben? Schließlich wären die auch mal irgendwann verstockt, reaktionär und spießig geworden. Perfekte Voraussetzungen eigentlich, um die CDU zu wählen.

 

Voss: Sie meinen die bezahlten Bots? Papperlapapp, die werden doch nicht älter, die werden nur gewartet. Außerdem haben Roboter überhaupt kein Wahlrecht...

 

Postillleaks: Zurück zu Ihrem Interview beim Postillon. Wenn man das so alles liest, könnte man meinen, dass Sie außer Verlegerinnen und Verleger kaum Freunde haben. Macht der Kampf für ein gerechteres Urheberrecht einsam? 

 

Voss: Das möchte ich streng zurückweisen. Ich habe eine Menge Freunde. Die Büroklammer aus WORD 2.000 zum Beispiel...

 

Postillleaks: Und sind Sie sehr traurig, dass die Meme-Sektion bei Google in Europa nicht mehr abrufbar sein wird, wenn Artikel 13 seinen Weg erst einmal in die Gesetzesbücher gefunden hat? 

 

Voss: Das sind Opfer, die man bringen muss. Ich hab mir aber jedes einzelne Meme mit meinem Gesicht ausgedruckt. Schade, dass das bei diesen GIFs nicht geht. 

 

Postillleaks: Herr Voss, eine letzte Frage. Vor einigen Tagen hat der Postillon darüber berichtet, dass Sie die Politik verlassen wollen, nachdem ein nigerianischer Prinz Sie per Mail zum Millionär gemacht hat. Wollen Sie sich dazu äußern?

 

Voss: Diesen Artikel habe ich heute morgen erst gelesen. Ein ganz schlimmer Fall von Fake-News. Ich habe gar keine eigene E-Mail-Adresse. Von so neumodischem Zeug halte ich nämlich gar nichts. 

 

Postillleaks: Herr Voss, vielen Dank für das Interview.

 

SG, Foto oben (M): Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0

Kommentare: 2
  • #2

    TFdbr (Sonntag, 31 März 2019 09:20)

    010100110110111100100000011001010110100101101110001000000100010001100101011100000111000000001010

  • #1

    Kirsten (Freitag, 29 März 2019 22:35)

    Axel Voss sagt wir sind bezahlte Bots die gewartet werden . Roboter haben kein Wahlrecht . Wow �����