Von wegen Jugendliche verbrennen Kalorien bei Fortnite - Rezension der PamS 47/2019

Dass wir die Lügenzeitung des Postillon nun schon über ein Jahr nicht mehr rezensiert haben (unser Briefkasten war perfekt gesichert, sprich: abmontiert), war bekannt. Doch dass man uns die seit 1845 erscheinende Sonntagszeitung mittlerweile sogar durch den Kamin zustellt, ist einfach eine Sauerei. Und dann noch mit einer Titelgeschichte, die so im Lexikon auch gut neben dem Wort "hanebüchen" abgedruckt werden könnte. 

 

Wie sonst ist der folgende Sachverhalt zu erklären:

Da behauptet der Postillon in seiner neusten PamS (Presselügen am Sonntag, Anm. d. Red.) ernsthaft, dass 4 von 5 Teenagern täglich im Videospiel Fortnite 15 Kilometer laufen und sich somit im Gegensatz zu einem Bericht der WHO sehr wohl ausreichend bewegen würden. Um dieser Lügerei auch noch den richtigen Rahmen zu geben, widmet man der Titelgeschichte gleich eine ganze Doppelseite (Bild klicken zum vergrößern):

Dass es sich hierbei um einen eklatanten Rechenfehler handelt, ist von den Flunkelfürthern entweder Vorsatz oder schlicht Dummheit (wir vermuten eine 54/48-Mischung aus beidem).

 

Der menschliche Körper verbraucht auf genau zwei Arten Kalorien:

Das eine ist die Ruheenergie, die sowieso verbrannt wird, wenn man auch den ganzen Tag im Bett liegt. Organe wollen versorgt werden, der Stoffwechsel verstoffwechselt vor sich hin. Dazu kommt dann die Aktivitätsenergie. Das sind Kalorien, die verbraucht werden, indem man sich bewegt, Sport macht, etwas repariert usw. Zusammenaddiert ergibt dies den Gesamtumsatz.

 

Gerade ein Rückgang der Aktivitätsenergie wird nun aber völlig zurecht von der WHO bemängelt. Und dass die 15 gelaufenen Kilometer einer virtuellen Spielfigur KEINERLEI Einfluss auf die Aktivitätsenergie haben, sollte dem letzten Fortnite-Spieler klar sein. Auch die im Artikel angesprochenen Siegestänze müssten Spieler schon in der Realität aufführen, da sie ansonsten keinerlei Effekte haben. Und die "anstrengende" Knöpfchendrückerei? Davon kann man sich nicht mal einen TicTac gönnen.

 

Man kann nur mutmaßen, warum man bei der PamS einen derartig unwissenschaftlichen Unfug von sich gibt. Vermutlich möchte man seine Leser zu noch weniger Bewegung erziehen, damit sie hinterher noch mehr Postillon konsumieren können. Was für ein ekelhaftes Geschäftsmodell.

 

Was wird man dort als nächstes behaupten? Dass man Autofahrer mit einem roten Schildkrötenpanzer beschießen darf, wenn sie eine Bananenschale aus dem Fenster werfen?

 

Der Presserat und die WHO wurden informiert. 

SG, Fotos: Postillon und teilweise Shutterstock

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